Zum VitaSol-Verkauf in Salzuflen
Von Günter Kleinpenning
Bad Salzuflen. VitaSol, täglicher Begleiter der lokalen Presse. Zahlenspiele aus verschiedenen Blickwinkeln. Millionenbeträge, die jeder anders interpretiert. Doch
was bleibt unterm Strich in der eigenen Kasse?
Der Rat der Stadt Bad Salzuflen schickt sich an, mit der Mehrheit von CDU und SPD das VitaSol mit einer Laufzeit von 15 Jahren zu verpachten. Immer wieder waren in den letzten Tagen Summen in Millionenhöhe an Investitionen zu vernehmen. Wie gut, dass unser Bürgermeister hier Licht ins Dunkel der Zahlenspiele bringt. Die Stadt investiert nach Bericht von Dr. Honsdorf 4,1 Millionen Euro. Da die Sanierungsarbeiten im Saunabereich bereits laufen, blieben nur 3,3 Millionen Euro – und wer, bitte schön, finanziert die Saunabereichs-Sanierung von 0,8 Millionen Euro? Doch wohl auch die Stadt Bad Salzuflen!
Nach betriebswirtschaftlichen Regeln sollte sich jede Investitionen ab einem festgelegten absehbaren Zeitpunkt amortisieren. Wann und bei welcher Summe hier der „Break-Even“ liegt, sollte den Salzufler Bürgern aber auch einmal mitgeteilt werden. Diese Vorleistungen sind für einen Pächter eine solide Ausgangssituation. Doch was kann der Investor, das die Stadt Bad Salzuflen nicht auch zur eigenen Gewinnabschöpfung beitragen könnte?
Unternehmen der freien Wirtschaft handeln nach Grundsätzen der Gewinnmaximierung. Sollte der gewünschte Erfolg ausbleiben, ist es durchaus keine Schande, sich eines Unternehmensberaters zu bedienen. Warum wird in Bad Salzuflen ein „Schlüssel-Objekt“ so einfach aus der Hand gegeben? Wurden alle Möglichkeiten der Beratung durch Fachleute ausgeschöpft? Fragen, die nach der vorschnellen Entscheidung zum Thema
„Konzerthalle“ durchaus ihre Rechtfertigung haben. Hier lag sogar ein Beratungsangebot durch einen Fachmann vor, welches der Rat der Stadt leichtfertig ausgeschlagen hat.
Man könnte den Eindruck gewinnen, dass unsere Ratsdamen und -herren mehrheitlich wirtschaftliche Multitalente sind, die sogar auf den Rat von Fachleuten ungehört verzichten können. Ein Rat, der sich offensichtlich nicht beraten lassen will. Ein VitaSol, also „Lebendiges Salz“, sollte eine Kernkompetenz im eigenen Unternehmen, hier Stadt Bad Salzuflen, sein. Wenn ein Unternehmen beginnt, seine Kernkompetenzen auszulagern, ist dieses Unternehmen nicht mehr Chef im eigenen Haus.

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