Offener Solidaritätsbrief des Kreisvorstandes der Partei DIE LINKE.LIPPE
Liebe Kolleginnen und Kollegen des Real-Marktes in Detmold,
wie wir in der Lippischen Landeszeitungen mit Entsetzen lesen konnten, seid ihr bei eurem Warnstreik am
vergangenen Freitag mit Gewalt bedroht worden. Dieses verurteilen wir auf das Allerschärfste und erklären uns mit euch solidarisch! Ein Mindestlohn von 1500 € und eine Tariferhöhung von 4,5% sowie die Bezahlung der Zuschläge für eine Branche, in der überwiegend Frauen, und in einem hohen Maße Alleinerziehende arbeiten, so eine Forderung löst schon Gewalt gegen Streikende aus. Das darf einfach nicht sein!
Wie weit ist es eigentlich schon gekommen, wenn Gewerkschaftler und Kollegen mit Gewalt bedroht werden in Ausübung ihrer Rechte als Arbeitnehmer? In welcher Zeit leben wir eigentlich? Sind Kapitalinteressen schon wieder so weit in den Vordergrund getreten, dass Arbeitnehmerrechte mit Gewaltandrohung nieder gekämpft werden dürfen? Das darf doch wohl nicht wahr sein! Wir hoffen daher, dass es bei Eurer Strafanzeige bleibt.
In einer Zeit, wo der Arbeitnehmer in Konzernen nur noch ein Kostenfaktor mit einer Personalnummer ist, braucht es den Widerstand aller Kräfte, die sich dagegen wehren! In diesem Sinne will DIE LINKE. in Lippe euch und alle abhängig Beschäftigten in ihren Arbeitskämpfen soweit wie möglich unterstützen.
Wenn Gerichte Streikrechte beschneiden, Konzerne Abmahnungen oder gar Kündigungen wegen Warnstreiks
aussprechen, dann braucht es auch eine politische Kraft, die an der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer steht.
Damit in Zukunft auch in den politischen Gremien der Widerstand gegen die Verschlechterung der Rechte für
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Stimme bekommt. Wie nötig es ist, Widerstand zu leisten, zeigt das
schockierende Beispiel Eures Warnstreiks im Real-Markt Detmold. Einschüchterung durch Gewalt ist wohl der nächste Schritt nach der Einführung des Schreckgespenstes Harz IV.
Soll so der Widerstand der Gewerkschaften und Kollegen gegen die Macht der Konzerne und Betriebe gebrochen werden? Wie soll nach Jahren der zurückhaltenden Tarifabschlüsse und weiter steigenden Preise denn Kaufkraft entstehen, wenn nicht Kollegen und Gewerkschaften für ordentliche Tarifabschlüsse kämpfen?
Gerade die Aufhebung der Ladenöffnungszeiten führte doch dazu, dass trotz längerer Öffnungszeiten der Geschäfte die anfallende Arbeit nur auf das vorhandene Personal umgelegt wurde, und es keine Neueinstellungen gab. Der erhöhte Anfall von Schichtbetrieb ist außerdem für das Familienleben auch nicht gerade förderlich.
Die Ausweitung des Einsatzes von 400 € - Kräften bei gleichzeitigen Abbau von Vollzeitbeschäftigung muss ebenfalls verhindert werden. Zudem führt wenig Personal gerade bei Arbeitszeiten in den späten Abendstunden zu einem erhöhten Sicherheitsbedarf. Diesem Sicherheitsbedürfnis muss durch eine angemessene Personalpolitik Rechnung getragen werden.
In Solidarität mit den Mitarbeitern des Real-Marktes Detmold
der Kreisvorstand der Partei DIE LINKE.LIPPE

|