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IG-Metall zum Problem "Leiharbeit"

Liebe Mitbürger, liebe Mitbürgerinnen,
liebe Erwerbslose,


obwohl die Arbeitslosigkeit nach wie vor sehr hoch ist, boomt das Geschäft mit der Leiharbeit. Kein Wunder, bei den Löhnen und sonstigen Arbeitsbedingungen, die diesen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen in der Regel gewährt werden. Aus Sicht der Unternehmen hat Leiharbeit große Vorteile: Arbeitslose werden nach Bedarf angefordert und wieder abbestellt und somit sinkt das unternehmerische Risiko quasi auf Null.

In der Regel haben Leiharbeitnehmer schlechtere Arbeitsbedingungen. Deshalb entsteht häufig ein Klima der Angst vor der Zukunft und Wut wegen der ungerechten Behandlung.

Der einzelne Arbeitslose hat kaum eine Chance, sich gegen diese Praktiken zu wehren.

Die IG Metall wehrt sich gegen die Verleihfirmen, die aus der Not der Arbeitslosen Profit schlagen und verlangt vom Gesetzgeber Reformen. Die EU-Kommission schlägt vor, dass Leiharbeitnehmer künftig nach 6 Wochen das gleiche Gehalt und die gleichen Sozialleistungen bekommen wie fest angestellte Arbeitnehmer, so der EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla. Der Gesetzgeber muss sicher stellen, dass die Tarifverträge der einzelnen Branchen Anwendung finden.

Unsere Positionen:

Wenn schon Leiharbeit, dann zu den tariflichen Bedingungen, die für die Beschäftigten in den jeweiligen Betrieb gelten. Das ist gerecht und fair. Nur das Netzwerk Lippe, gegründet von der Agentur für Arbeit und dem Kreis Lippe, garantiert den Grundsatz „Gleiche Arbeit - gleiches Geld“. Die Industriegewerkschaft Metall, Verwaltungsstelle Detmold, hat in einem Tarifvertrag mit dem Netzwerk Lippe verbindlich geregelt: Jeder Leiharbeitnehmer erhält den Lohn wie regulär Beschäftigte. Das gilt auch für Urlaub, für Zulagen und Mehrverdienst bei Prämien bzw. Akkord sowie für Schichtarbeit und Überstunden. Für die im Betrieb Beschäftigten durchgesetzten Lohnerhöhungen, werden eins zu eins zum selben Zeitpunkt an die Leiharbeitnehmer weiter gegeben.

Wir, die Industriegewerkschaft Metall, fordern die einzelnen Zeitarbeitsfirmen auf, mit uns einen Haustarifvertrag abzuschließen, die dieselben Entlohnungs- und sonstigen Arbeitsbedingungen beinhaltet, die wir mit dem Netzwerk vereinbart haben.

Es muss Schluss sein damit, dass es Beschäftigte erster und zweiter Klasse in den Betrieben gibt. Wer als Leiharbeitnehmer in den Betrieb kommt, darf nicht schlechter gestellt sein als andere.

IG Metall, Verwaltungsstelle Detmold, Reinhard Seiler, 1.Bevollmächtigter