
Bad Salzuflen/Kreis Lippe. Der Auftakt: Diskussion mit Professor Arno Klönne und Dr. André Brie, moderiert von Ulrike Zerhau.
Aus der LZ
Linke wollen in die Räte
Konstituierender Kreisparteitag gestern in Bad Salzuflen - zwei WASG-Leute an der Spitze
Bad Salzuflen (ab/Rei). Die Fusionspartei "Die Linke" startet in Lippe mit einer Kampfabstimmung: Um die Position des männlichen Sprechers im Kreisvorstand bewarben sich gestern Nachmittag Matthias Obenhaus (Linkspartei/PDS) und Matthias Uphoff (WASG). Und obwohl zuvor mit Evelin Menne bereits eine Vertretern des WASG-Flügels zur Sprecherin gewählt wurde, machte Uphoff das Rennen.
"Ich bin nur angetreten, weil mich Mitglieder der Linkspartei/PDS zur Kandidatur aufgefordert haben", sagte Uphoff gegenüber der LZ. Der 42-jährige Hausmeister aus dem Kalletal setzte sich im zweiten Wahlgang mit 20 zu 19 Stimmen gegen Obenhaus (Bad Salzuflen) durch, nachdem am Ende des ersten Durchgangs noch ein Patt (19:19) gestanden hatte. Evelin Menne - 47-jährige Ergotherapeutin aus Detmold - hatte auf dem konstituierenden Parteitag in der "Gelben Schule" in Bad Salzuflen keine Gegenkandidatin. Der Vorstand ist für ein Jahr gewählt und wird jetzt "Aufbauarbeit" (Evelin Menne) leisten. Ziel sei die Gründung von möglichst vielen Ortsverbänden. Bei der nächsten Kommunalwahl im Herbst 2009 wolle die Linke für alle 16 lippischen Räte und den Kreistag antreten.
Vorher wird die fusionierte Partei laut Menne beispielsweise gegen das PPP-Modell "Straßen" und gegen weitere Privatisierungen Position beziehen. Auch sei das Thema "Armut" durchaus ein lokales. So werde sich die Linke beispielsweise für Erleichterungen für Hartz-IV-Empfänger einsetzen. Als Beispiel nannte sie Hilfen für die Schulausstattung der Kinder.
Am Samstagnachmittag hatte "Die Linke" in Bad Salzuflen zu einer Podiumsdiskussion mit Dr. André Brie und Prof. Dr. Arno Klönne eingeladen, die von der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Ulrike Zerhau moderiert wurde. Der Europa-Abgeordnete Brie sieht das gesamte Parteisystem in Deutschland erschüttert, unter anderem durch die Gründung der Partei "Die Linke". Außerdem gäbe es eine "gefährliche demokratische Vertretungslücke", die viele Bürger zu Nichtwählern gemacht habe.
Der Paderborner Soziologe Klönne schätzt die Gruppierungen, die sich in der Linken zusammengefunden haben, als sehr unterschiedlich ein - historisch wie kulturell. Um für die Bevölkerung in Zukunft glaubwürdig zu sein, sei es wichtig, dass die Politik der Linken "praktische Effekte" für die Menschen habe.
Die aus Linkspartei/PDS und WASG (Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit) geformte lippische "Linke" zählt rund 120 Mitglieder. Hochburgen sind Lemgo, Bad Salzuflen und Detmold.

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