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IG Metall Detmold fordert:

Keine Beschäftigten erster und zweiter Klasse in den lippischen Betrieben

Kreis Lippe. "Die Politik hat der Leiharbeit seit 2003 Tür und Tor geöffnet. Die daraus resultierende Fehlentwicklung hat zu einer Zunahme der Leiharbeit geführt, die noch lange nicht abgeschlossen ist..," so beginnt eine Resolution, die von den Delegierten der Delegiertenversammlung der IG Metall, Verwaltungsstelle Detmold am 29.11. dieses Jahres verabschiedet wurde.

"Wir packen die Leiharbeit konsequent und dauerhaft an!", so der 1.Bevollmächtigte der IG Metall, Reinhard Seiler. Reinhard Seiler weiter: "Wir werden uns im nächsten Jahr der Herausforderung "Leiharbeit" verstärkt stellen. Für uns gilt: Neueinstellungen und die tariflichen Flexibilisierungsmöglichkeiten haben Vorrang vor Leiharbeit und der Einsatz von Leiharbeitern muss im Umfang reguliert werden. Aber, dort wo Leiharbeit stattfindet, muss der Grundsatz "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" Anwendung finden."

"Besser Zeitarbeit als gar keine Arbeit - nach diesem Motto will die Politik Leiharbeit hoffähig machen", so Hans Vieregge als Vertreter des Erwerbslosenarbeitskreises der IG Metall, Verwaltungsstelle Detmold. Vieregge weiter: "Viele Unternehmen missbrauchen die Möglichkeit bedenkenlos und nutzen den Einsatz von Leiharbeitern als reines Kostensenkungsprogramm".

Reinhard Seiler: "Auch in Lippe werden in einer Reihe von Unternehmen bestehende Jobs zugunsten von Leiharbeitskräften abgeschafft. Daher wollen die Betriebsräte mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit. Die IG Metall unterstützt sie dabei. Eines ist klar, solange dauerhaft Leiharbeiter im Unternehmen beschäftigt sind, ist nicht genug Stammpersonal an Bord. Gesetzliche Änderungen müssen sicherstellen, dass Leiharbeit nicht die Stammbeschäftigung ersetzen darf. Deshalb werden wir die Politik mit unserer Resolution konfrontieren."

Die Unternehmen, die am lautesten über fehlende Fachkräfte und die angeblich mangelnde Flexibilität in den Arbeitsmärkten klagen, sind in der Regel auch diejenigen, die sich ohne jegliches Risiko Leiharbeitskräfte zu Dumpingbedingungen holen, wie es der tägliche Bedarf gerade erfordert. An den Leiharbeitnehmern bleibt das unternehmerische Risiko hängen, und das bei einem Einkommen, das arm macht.

Reinhard Seiler: "Mit dem Netzwerk Lippe haben wir den Metall-Grundsatz "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" durch einen Tarifvertrag geregelt. Das ist erst der Anfang. Es muss Schluss sein damit, dass es Beschäftigte erster und zweiter Klasse in den Betrieben gibt. Aus diesem Grund werden wir versuchen, mit den anderen in Lippe vertretenen Verleihfirmen ebenfalls einen gleichlautenden Tarifvertrag zu vereinbaren. Wenn es in den Unternehmen an der sozialen Verantwortung fehlt, wenn es einen Missbrauch der Leiharbeitnehmer und einen Ersatz regulär Beschäftigter gibt, werden wir uns nicht scheuen und in den Konflikt gehen. Es gibt erste Beispiele, in denen Betriebsräte mit den Arbeitgebern Betriebsvereinbarungen abgeschlossen haben, nach dem nur Verleihfirmen angeheuert werden dürfen, die Leiharbeit zu den tariflichen Bedingungen der jeweiligen Branche vergüten. Weiter wird in den entsprechenden Betriebsvereinbarungen eine Leiharbeiterquote festlegt, damit die Stammbelegschaften geschützt werden."